Hochwasserrückhaltebecken im Reichenbachtal mit Umweltminister Franz Untersteller eingeweiht

Lauter zufriedene Gesichter gab es am 30. Juli bei der offiziellen Einweihung des Hochwasserrückhaltebeckens im Reichenbachtal.

Bürgermeister Bernhard Richter konnte dazu den baden-württtembergischen Umweltminister Franz Untersteller (MdL) begrüßen. Daneben waren Verteter des Landratsamtes, des Planungsbüros Wald und Corbe, der beiden Baufirmen aus der Region,  der Lichtenwalder Bürgermeister Ferdinand Rentschler sowie die Fraktionsvertreter Matthias Weigert, Alexander Hottenroth, Erwin Hees sowie Rudi Munz bei der kleinen Einweihung am vergangenen Donnerstag anwesend. Bürgermeisterer Richter bedauerte, dass wegen der coronabedingten Einschränkungen die Einweihung mit der Bevölkerung erst einmal verschoben werden muss. Dies soll aber im nächsten Jahr nachgeholt werden.

Er bedankte sich beim Umweltminister für die Förderung der Maßnahme, die einen wesentlichen Beitrag zum Hochwasserschutz in Reichenbach bildet und von dem rund 800 Anwohnerinnen und Anwohner im Zentrum profitieren werden.
"Vielen Dank für die Unterstützung des Landes mit 3,1 Mio Fördermitteln an den Baukosten von 4,5 Mio Euro", freute sich Bürgermeister Richter über das Kommen von Franz Untersteller und über den erklecklichen Fördersatz des Landes von 70 Prozent. 
Mit dem Bau des Beckens ist der Ortskern Reichenbachs zusammen mit den anderen bereits umgesetzten Maßnahmen vor einem hundertjährlichen Hochwasser geschützt. Richter erinnerte an das Hochwasser im Juni 2007, bei dem der Reichenbach die Ortsmitte überflutete und das zu einer ausführlichen Überprüfung der Hochwassersituation geführt hat und dessen Ergebnis in den Planunsgsprozess für das jetzt fertiggestellte Becken gemündet hat. 
Die von der Gemeinde 2008 beauftragte Flussgebietsuntersuchung (FGU) hatte gezeigt, dass bereits ab ca. 10- bis 20-jährlichen Hochwassern mit innerörtlichen Überflutungen am Reichenbach zu rechnen ist und eine deutliche Verbesserung des Hochwasserschutzes nur durch ein Hochwasserrückhaltebecken (HRB) oberhalb der Ortslage hergestellt werden kann. 

Einweihung Hochwasserrückhaltebecken: Bürgermeister Bernhard Richter, Minister Franz Untersteller und Matthias Häke an der Schaltzentrale des Hochwasserrückhaltebeckens
Bürgermeister Bernhard Richter, Minister Franz Untersteller und Matthias Häke an der Schaltzentrale des Hochwasserrückhaltebeckens

Im Planungsverfahren wurden mehrere Varianten überprüft, bis man schließlich zu dem jetzigen Standort gekommen sei - außerdem gestalteteten sich die Grundstücksverhandlungen sehr langwierig. Minister Untersteller zeigte sich beeindruckt von dem Bauwerk, das im Einstaufall 95.000 Kubikmeter fasst und das nach rund 2 Jahren Bauzeit fertiggestellt wurde. Er hob hervor, dass die Gemeinde mit dem Hochwasserrückhaltebecken einen zentralen Baustein ihrer Schutzkonzeption realisiert habe. Er gab jedoch zu bedenken, dass technische Maßnahmen allein keinen 100-prozentigen Schutz vor Hochwasser bieten könnten. Hier sei Vorsorge wichtig. Umso mehr lobte er die Gemeinde Reichenbach, die darüber hinaus ein kommunales Starkregenrisikomanagement in Auftrag gegeben hat und für das sie ebenfalls finanzielle Unterstützung des Landes bekomme.

"Damit kann die Kommune die Hochwasserrisiken im Ort besser einschätzen und weitere Maßnahmen zum Schutz der Menschen, der Umwelt und der Wirtschaft ergreifen.“

Im Anschluss ließ sich Franz Untersteller von Mathias Häke, der das Projekt von Verwaltungsseite aus mit geplant und betreut hat, die Funktionsweise des Beckens erklären.
"Beim HRB Reichenbach handelt es sich um ein gesteuertes Becken. Dies bedeutet, dass erst bei größeren Hochwassern, die innerorts nicht mehr schadlos ablaufen können, eine Drosselung des Abflusses erfolgt und das Becken eingestaut wird. Während des Einstaus wird das Becken so gesteuert, dass eine konstante Wassermenge aus dem Becken abfließt, die der maximalen Leistungsfähigkeit des Reichenbachs in der Ortslage entspricht" so Mathias Häke.

Symbolisch drückte Franz Untersteller den Knopf, mit dem die Einstauklappen bis zur maximalen Höhe geöffnet werden können.

Im Anschluss trug er sich ins Gästebuch der Gemeinde ein.

     

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